Wir legen zunächst den Fokus auf Osteoporose, da dies das verbreitetste Problem ist.

Wie schlimm ist es?

In Deutschland sind schätzungsweise vier bis sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. 1 Etwa 80 % der Betroffenen sind Frauen, wobei die Erkrankungshäufigkeit mit Beginn der Wechseljahre bzw. nach der Menopause zunimmt. In Europa treten Knochenbrüche infolge der Osteoporose häufiger in nordeuropäischen Ländern als im Süden auf.

In Deutschland leiden schätzungsweise 0,5-1 % der Bevölkerung an der entzündlichen Gelenkerkrankung. Besonders Frauen sind davon betroffen. Die rheumatoide Arthritis ist mit starken Schmerzen, insbesondere in Händen und Fingern, verbunden und kann langfristig zu Bewegungseinschränkungen und Gelenkschäden führen.

Was ist es und wie kommt es dazu?

Beim Krankheitsbild der Osteoporose nimmt die Knochendichte ab, was bedeutet, dass unsere Knochen spröder werden und leichter brechen.

Bei Osteoporose gibt es eine Menge Risikofaktoren die wir nicht beeinflussen können, aber wie bei vielen anderen dieser Volkskrankheiten zeigt der regionale Unterschied des Osteoporose Aufkommen sehr wohl Ursachen für diese Krankheit die wir beeinflussen können. So zeigt es sich, dass die westlichen Länder in denen wir viel mehr Milchprodukte und somit auch das verbundene in Milch vorkommende Kalzium konsumiert wird ein deutlich höheres Aufkommen an Osteoporose und Hüftbrüchen vorweist als ärmere Länder in denen weniger Milch, Käse und Yoghurt konsumiert werden.

Hier sehen wir wo die meisten Knochenbrüche in Form von Hüftfrakturen bei Frauen auftreten:osteoporosis_worldwide__26_documents__26_total_pages_Quelle
International Osteoporosis Foundation
Länder mit höchstem Osteoporose aufkommen, sind auch die Länder mit dem meisten Konsum an Milch Produkten und Fleisch

Quelle
http://images.google.de/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fwww.iofbonehealth.org%2Fsites%2Fdefault%2Ffiles%2FImages%2Fhip_fracture_projections-551×413.jpg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fwww.iofbonehealth.org%2Fepidemiology&h=413&w=551&tbnid=nTXVxO-3JM2CiM%3A&docid=Z89fxzelIkQs6M&ei=5v70V-HaDobfU8q-lKAL&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=311&page=1&start=26&ndsp=27&ved=0ahUKEwjh5dKz4cPPAhWG7xQKHUofBbQQMwhEKCQwJA&bih=736&biw=1441

Und hier sehen wir in welchen Ländern die meisten Milchprodukte konsumiert werden. Es lässt sich also eindeutig feststellen, dass in Ländern mit einem erhöhten Konsum von Milchprodukten auch mehr Knochenbrüche auftreten.

milk_consumption_per_capitaQuelle
http://chartsbin.com/view/1491

consumption_of_dairy_products__26_documents__26_total_pages_Quelle
http://images.google.de/imgres?imgurl=https%3A%2F%2Fupload.wikimedia.org%2Fwikipedia%2Fcommons%2F5%2F58%2FThe_consumption_of_dairy_products.svg&imgrefurl=https%3A%2F%2Fcommons.wikimedia.org%2Fwiki%2FFile%3AThe_consumption_of_dairy_products.svg&h=1276&w=1563&tbnid=Aca5Tcf6SOA2kM%3A&docid=snuKun3Lu1D_WM&ei=fv70V765BsHuUKq5hOAJ&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=491&page=0&start=0&ndsp=23&ved=0ahUKEwi-8P6B4cPPAhVBNxQKHaocAZwQMwgcKAAwAA&bih=736&biw=1441

Hier sehen wir die Länder mit dem höchsten Konsum von Kalorien tierischen Ursprungs

calorie_supply_from_animal_sources__21_documents__21_total_pages_Quelle
http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fcdn3.chartsbin.com%2Fchartimages%2Fl_2515_b2fc0d32aa81e96f6527e59f91ef696c&imgrefurl=http%3A%2F%2Fchartsbin.com%2Fview%2F2515&h=469&w=940&tbnid=ZEK_eVBP1NterM%3A&docid=EY4DUO5MDmzz_M&ei=6wD1V6TtFsehUZzpvfAF&tbm=isch&iact=rc&uact=3&dur=540&page=0&start=0&ndsp=23&ved=0ahUKEwjkjp6q48PPAhXHUBQKHZx0D14QMwguKA4wDg&bih=736&biw=1441

Die beeinflussbaren Faktoren sind also:

  • Bewegungsmangel
  • Östrogenmangel
  • Konsum von Alkohol, Nikotin, Koffein
  • mangelhafte Versorgung mit Kalzium und Vitamin D
  • zu geringe oder überhöhte Proteinzufuhr
  • zu hohe Aufnahme von Natrium (Kochsalz) und Phosphat
  • geringer Obst- und Gemüseverzehr

Gicht

Während die Gicht in früheren Jahrhunderten eine Krankheit der Reichen (noch früher Pharaonen, Kaiser und Könige) war, da nur diese sich teure tierische Produkte leisten konnten, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer typischen Wohlstandserkrankung der breiten Bevölkerung. Während des zweiten Weltkrieges als es fast ausschließlich pflanzliche Nahrung gab, waren Krankheiten wie Gicht und auch Herzkrankheiten stark reduziert. Die Ursache von Gicht sind Störungen des Purinstoffwechsels. Purine sind Stickstoffverbindungen, die ein wichtiger Bestandteil der DNA von Menschen, Tieren und Pflanzen sind. In Deutschland stammen etwa 60 % der aufgenommenen Purine aus Fleisch. Sie werden im menschlichen Organismus zu Harnsäure abgebaut. Bei einer Hyperurikämie bilden sich Harnsäurekristalle, die sich an verschiedenen Körperstellen, vor allem in Gelenken, ablagern und entzünden können. Durch Nahrungs- und Alkoholexzesse können akute Gichtanfälle mit starken Gelenkschmerzen entstehen.

Purine kommen hauptsächlich in tierischen Produkten wie Fleisch und Meerestieren vor. 60% der Purinaufnahme in Deutschland kommt von tierischen Produkten, wobei Hülsenfrüchte die nächsthäufigste Quelle darstellen und somit auch in Maßen und nicht in Massen konsumiert werden sollten.

Fazit und Lösungsansätze für Knochen und Gelenkprobleme 

  •     ausreichende körperliche Aktivität
  •     ausreichende Versorgung mit Vitamin D durch Sonne und Nahrungsergänzungen
  •     Aufnahme von Kalzium durch grüne pflanzliche Lebensmittel wie Spinat, Grünkohl u.ä.
  •     reichlicher Obst- und Gemüseverzehr
  •     weniger Kochsalz, phosphatreiche Nahrungsmittel und Koffein verzehren
  •     hoher Alkoholkonsum und Nikotin vermeiden
  •     tierische Produkte wie Fleisch, Meeresfrüchte und Milchprodukte vermeiden
  •     Konsum von Hülsenfrüchten kontrollieren 

Studien

Kuhmilch und Osteoporose
http://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/medizin/milch-von-kuehen-erhoeht-das-risiko-an-osteoporose-zu-erkranken-13372086

Milch und Knochenfrakturen
http://www.bmj.com/content/349/bmj.g6015

Tierisches Protein und Osteoporose
http://nutritionfacts.org/2014/07/31/does-animal-protein-cause-osteoporosis/

Literatur

Osteoporose

1 RKI (Robert Koch-Institut) (Hrsg) (2006): Gesundheit in Deutschland, S. 35

2 Appleby P, Roddam A, Allen N, Key T (2007): Comparative fracture risk in vegetarians and nonvegetarians in EPIC-Oxford. Eur J Clin Nutr 61 (12), 1400-6

3 Ho-Pham LT, Nguyen PL, Le TT, Doan TA et al. (2009): Veganism, bone mineral density, and body composition: a study in Buddhist nuns. Osteoporos Int 20 (12), 2087-93

4 Leitzmann C, Müller C, Michel P, Brehme U et al. (2009): Ernährung in Prävention und Therapie. Hippokrates, Stuttgart, 3. Aufl., S. 428

5 Bischoff-Ferrari HA, Dawson-Hughes B, Baron JA, Burckhardt P et al. (2007): Calcium intake and hip fracture risk in men and women: a meta-analysis of prospective cohort studies and randomized controlled trials. Am J Clin Nutr 86 (6), 1780-90

6 WHO (World Health Organization) (2003): Prevention and management of osteoporosis: report of a WHO scientific group. Geneva, p. 131

7 Outila TA, Kärkkainen MU, Seppänen RH, Lamberg-Allardt CJ (2000): Dietary intake of vitamin D in premenopausal, healthy vegans was insufficient to maintain concen-trations of serum 25-hydroxyvitamin D and intact parathyroid hormone within normal ranges during the winter in Finland. J Am Diet Assoc 100 (4), 434-41

8 New SA (2003): Intake of fruit and vegetables: implications for bone health. Proc Nutr Soc 62 (4), 889-99

9 Weikert C, Walter D, Hoffmann K, Kroke A et al. (2005): The relation between dietary protein, calcium and bone health in women: results from the EPIC-Potsdam cohort. Ann Nutr Metab 49 (5), 312-8

10 Thorpe DL, Knutsen SF, Beeson WL, Rajaram S, Fraser GE (2008): Effects of meat consumption and vegetarian diet on risk of wrist fracture over 25 years in a cohort of peri- and postmenopausal women. Public Health Nutr 11 (6), 564-72

11 Kanis JA, Johansson H, Oden A, De Laet C et al. (2005): A meta-analysis of milk intake and fracture risk: low utility for case finding. Osteoporos Int 16 (7), 799-804

12 Weaver CM (2009): Should dairy be recommended as part of a healthy vegetarian diet? Point. Am J Clin Nutr 89 (5 Suppl), 1634S-1637S, 2009

13 Lanou AJ (2009): Should dairy be recommended as part of a healthy vegetarian diet? Counterpoint. Am J Clin Nutr 89 (5 Suppl), 1638S-1642S

Gicht

1 Leitzmann C, Müller C, Michel P, Brehme U et al. (2009): Ernährung in Prävention und Therapie, 569 S. Hippokrates, Stuttgart, 3. Aufl., S. 444

2 Choi HK, Atkinson K, Karlson EW, Willett W, Curhan G (2004): Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. N Engl J Med 350 (11), 1093-103

3 Rottka H, Thefeld W (1984): Gesundheit und vegetarische Ernährungsweise. Akt Ernährungsmed 9 (6), 209-16

4 Havlik J, Plachy V, Fernandez J, Rada V (2010): Dietary purines in vegetarian meat analogues.J Sci Food Agric 90 (14), 2352-7