Wie schlimm ist es?

Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland ca. 395.000 Menschen an Krebs (rund 195.000 Frauen und 200.000 Männer). Täglich sterben ca. 20.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung, wie eine US-Studie zu Tage brachte.

2010 erkrankten in Deutschland 450.000 Menschen an Krebs. Das würde bedeuten, dass unter Beachtung gesundheitsförderlicher Lebensstilfaktoren ca. 180.000 Krebserkrankungen vermieden werden könnten, da ganze 40% der Tumore sich auf vermeidbare Faktoren wie Ernährung und Lebensstil zurückführen lassen.

Was ist es und wie kommt es dazu?

Entstehung von Krebs

Zunächst muss festgestellt werden, dass es für Krebs eine Vielzahl an Ursachen, mitwirkenden Umwelteinflüssen und Emotionaler Initialfaktoren gibt. Werfen wir also einen Blick auf die „Lifestylefaktoren“.

Worauf sollte man achten?

• Rauchen: 23 Prozent der Tumore bei Männern und 15 Prozent der Tumore bei Frauen sind auf Rauchen zurückzuführen.

• Ernährung: Zu viel Fleisch und Salz und zu wenig Gemüse und Obst sind für über 9 Prozent der Tumorerkrankungen verantwortlich. Das aus einer Ernährung mit vielen fettigen tierischen Produkten auch Übergewicht und Fettleibigkeit entstehen können, ist bereits bekannt und gerade dieses Übergewicht ist verantwortlich für 5,5 Prozent aller Tumore.

• UV-Licht: Vorsicht vor zu starker Sonneneinstrahlung, vor allem im Sommer zur Mittagszeit.

• Bewegungsmangel: Viel Bewegung und Sport an der frischen Luft beugt Übergewicht und Folgekrankheiten, wie eben auch Krebs vor

• Infektionen

• Berufsbedingte Risiken

Die Ernährung ist jedoch der Faktor der wir am meisten kontrollieren können und der ebenfalls einen sehr großen Effekt auf das Krebsverhalten in unserem Körper hat. Daher schauen wir uns nun vor allem die Zusammenhänge zwischen Krebs und unserer Ernährung an.

Die Entstehung von Krebs lässt sich in drei Phasen unterteilen: Initiation, Promotion und Progression.

Beginn: In der sogennanten Initiation wird die DNA durch Krebs erregende Einflussfaktoren wie Substanzen in Nahrungsmitteln und Umwelt, Viren, radioaktive und UV-Strahlung geschädigt. Initiierte Zellen werden täglich in großer Zahl im Körper gebildet. Können die DNA-Schäden nicht behoben oder betroffene Zellen beseitigt werden, wird die genetische Veränderung (Mutation) weitergegeben.

Krebsfortschritt: über Jahre hinweg entwickeln sich in der Phase der Promotion weitere Zellveränderungen und es kommt zur Tumorbildung. Diese Vorgänge werden durch Substanzen gefördert, die zwar selbst nicht die DNA schädigen, aber weitere Zellveränderungen begünstigen (Kokanzerogene). Hierzu zählen beispielsweise Umweltgifte wie Dioxine, aber auch körpereigene Substanzen wie Östrogene (weibliche Geschlechtshormone).
Verschiedene Substanzen können diesen Schädigungen entgegenwirken und die Entwicklung eines Tumors hemmen oder gar stoppen (Antikanzerogene). Hierzu zählen insbesondere sekundäre Pflanzenstoffe.

Phase 3: Das schnelle Fortschreiten der Krebserkrankung durch Metastasenbildung und übergreifen auf benachbarte Gewebe wird alsProgression bezeichnet.

Lösungsansätze und Fazit

Vegetarier und Veganer haben ein geringeres Krebsrisiko.

Vegetarisch-vegan lebende Menschen haben gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein deutlich geringeres Risiko an Krebs zu erkranken und zu sterben. Vorteile ergeben sich insbesondere bei Dickdarm- und Lungenkrebs, in geringerem Maße auch bei Magen-, Brust- und Prostatakrebs. 5 Besonders bei männlichen Vegetariern ist die Krebshäufigkeit und -sterblichkeit geringer als bei nicht vegetarisch lebenden Männern.

Vegetarisch-vegan lebende Menschen haben ein niedrigeres Krebsrisiko als die Allgemeinbevölkerung.
Ein hoher Verzehr pflanzlicher Lebensmittel senkt das Risiko, an Krebs zu erkranken.
Ein niedriges Körpergewicht, eine geringe Gesamtfettaufnahme, das Meiden von Tabakrauch und ein verringerter Alkoholkonsum tragen ebenfalls zur Krebsvorsorge bei.

Die wichtigsten Studien, Literatur und andere Referenzen

Eierstockkrebs
http://www.provegan.info/de/studien/detailseite-studien/studie-milchprodukte-erhoehen-das-risiko-fuer-eierstockkrebs/

Prostatakrebs (und Milch)
http://www.provegan.info/de/studien/detailseite-studien/studie-milch-und-prostatakarzinom/
Brustkrebs (und Milch/Fleisch)
http://www.provegan.info/de/studien/detailseite-studien/studie-milchkonsum-erhoeht-das-brustkrebsrisiko-um-das-72-fache/
http://www.provegan.info/de/studien/detailseite-studien/fleisch-und-fisch-erhoehen-das-risiko-fuer-brustkrebs/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18980957

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3081176
Fleischkonsum und Darmkrebs
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22121108
Fleischkonsum für ca. 30 der Krebsfälle verantwortlich

Mills PK (2001): Vegetarian diets and cancer risk. In: Sabaté J (Hg.). Vegetarian nutrition. CRC press, Boca Raton, S.55-90.

Fleischprodukte und Krebs:
The Institute for Natural Healing (1.4.2012): Processed Meats Declared Too Dangerous for Human Consumption. Link: [url=http://www.annalsofepidemiology.org/article/S1047-2797%2812%2900457-7/abstract ]http://www.totalhealthbreakthroughs.com/2007/12/processed-meats-declared-too-dangerous-for-human-consumption/[/url]

C Bosetti et al. (2013): Nutrient-based dietary patterns and pancreatic cancer risk. In: Annals of Epidemiology, 2013. Unter: http://www.annalsofepidemiology.org/article/S1047-2797%2812%2900457-7/abstract

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21422422
Fleisch und Leberkrebs
http://www.provegan.info/de/studien/detailseite-studien/milch-und-kaese-sind-ein-erhebliches-risiko-fuer-leberkrebs/
Eier und Krebs
[i]Richman EL, Kenfield SA, Stampfer MJ, Giovannucci EL, Chan JM. (2011): Egg, red meat, and poultry intake and risk of lethal prostate cancer in the prostate specific antigen-era: incidence and survival. Cancer Prev Res. 2011; DOI:10.1158/1940-6207.CAPR-11-0354.

Vegane Ernährung schützt gegen Krebs
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23169929
Geringer Methionin-Konsum und Krebs
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18789600
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22342103

Literatur

1 Statistisches Bundesamt (Hrsg) (2010): Todesursachen in Deutschland 2008. Wiesbaden, S. 7

2 Shibuya K, Mathers CD, Boschi-Pinto C, Lopez AD, Murrey CJ (2002): Global and regional estimates of cancer mortality and incidence by site: II. Results for the global burden of disease 2000. BMC Cancer 2 (37), 1-26

3 Leitzmann C, Müller C, Michel P, Brehme U et al. (2009): Ernährung in Prävention und Therapie. Hippokrates, Stuttgart, 3. Aufl., S. 385

4 WCRF, AICR (World Cancer Research Fund, American Institute for Cancer Research) (ed) (2007): Food, nutrition, physical activity, and the prevention of cancer: a global perspective. 517 p. AICR, Washington, p. 31

5 Mills PK (2001): Vegetarian diets and cancer risk. p. 55-90. In: Sabaté J (ed). Vegetarian nutrition. CRC Press, Boca Raton, p. 78

6 Waldmann A, Koschizke JW, Leitzmann C, Hahn A (2005): German Vegan Study: diet, lifestyle factors and cardiovascular risk profile. Ann Nutr Metab 49 (6), 366-72

7 Sanjoaquin MA, Appleby PN, Spencer EA, Key TJ (2004): Nutrition and lifestyle in relation to bowel movement frequency: a cross-sectional study of 20630 men and women in EPIC-Oxford. Public Health Nutr 7 (1), 77-83

8 Haldar S, Rowland IR, Barnett YA, Bradbury I et al. (2007): Influence of habitual diet on antioxidant status: a study in a population of vegetarians and omnivores. Eur J Clin Nutr 61 (8), 1011-22

9 Peeters PH, Slimani N, van der Schouw YT, Grace PB et al (2007): Variations in plasma phytoestrogen concentrations in European adults. J Nutr 137 (5), 1294-300

10 Santarelli RL, Pierre F, Corpet DE (2008): Processed meat and colorectal cancer: a review of epidemiologic and experimental evidence. Nutr Cancer 60 (2), 131-44

11 WCRF, AICR (World Cancer Research Fund, American Institute for Cancer Research) (ed) (2007): Food, nutrition, physical activity, and the prevention of cancer: a global perspective. AICR, Washington, p. 129

12 Haddad EH, Tanzman JS (2003): What do vegetarians in the United States eat? Am J Clin Nutr 78 (3 Suppl), 626S-632S

13 WCRF, AICR (World Cancer Research Fund, American Institute for Cancer Research) (Hrsg) (2007): Ernährung, körperliche Aktivität und Krebsprävention: Eine globale Perspektive (Deutsche Zusammenfassung). London, S. 12