Querschnittsstudien

Mit Querschnittsstudien lassen sich Ernährungs- und Gesundheitszustand einer oder mehrerer möglichst repräsentativer Untersuchungsgruppen (z. B. Veganer, Vegetarier und Fleischesser und aller anderer Abstufungen) zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmen. Hier kann beispielsweise die durchschnittliche Nährstoffzufuhr, die Nährstoffversorgung im Körper oder die Häufigkeit bestimmter ernährungsabhängiger Erkrankungen, der durchschnittliche BMI, etc. untersucht werden.

Querschnittsstudien liefern eine Momentaufnahme der untersuchten Messwerte und erlauben deshalb nur eingeschränkte Aussagen über kausale Zusammenhänge. Man kann jedoch bei einer Vielzahl von Untersuchungen und Ergebnissen verallgemeindernde Schlüsse ziehen.

Langzeitstudien

In Langzeitstudien werden Probanden über einen bestimmten Zeitraum hinweg beobachtet und wiederholt untersucht. Hierzu zählen auch Kohortenstudien und Interventionsstudien.

Prospektive Kohortenstudien

Prospektive Kohortenstudien werden eingesetzt, um den Zusammenhang zwischen verschiedenen Ernährungsweisen (z. B. vegan, vegetarisch, lakto-ovo-vegetarisch und Allesfresser/Mischköstlern/Omnivoren) und dem Erkrankungsrisiko gesunder Personen zu untersuchen. Dabei werden die Teilnehmer zu Beginn der Studie entsprechend ihrer Ernährung in verschiedene Gruppen (Kohorten) eingeteilt, die sich in möglichst vielen Merkmalen gleichen (z. B. Geschlechter- und Altersverteilung, Bildungsstand, Einkommen) um möglichst viele Variablen aus dem Rennen zu nehmen. Die Teilnehmer werden zu Beginn der Studie (Baseline) und während des Studienzeitraums (meist mehrmals) untersucht (Follow-up). Je größer die Probandenzahl und je länger die Beobachtungsdauer, umso aussagekräftiger sind die Ergebnisse.

Anhand von Kohortenstudien lässt sich die Bedeutung verschiedener Ernährungsmuster für das Auftreten von Erkrankungen bzw. den Erhalt der Gesundheit beurteilen. Die Adventist Health Study sind z.B. Kohortenstudien indem man eine religiöse Gruppe aus Kalifornien hergenommen hat (welche sehr ähnliche Lebensweisen haben) und sie über mehrere Jahrzehnte verfolgt hat. Solche Studien sind i.d.R. ziemlich aussagekräftig und aufschlussreich.

Interventionsstudien

Mit Interventionsstudien wird untersucht, wie sich gezielt veränderte Einflussfaktoren, z. B. eine Umstellung auf vegetarisch-vegane Ernährung, auf das Krankheitsrisiko oder den Krankheitsverlauf auswirken. Dabei wird eine Interventionsgruppe mit einer Kontrollgruppe (die meist nichts verändern bzw. Placebo einnehmen) verglichen. Noch mehr als bei Kohortenstudien müssen die beiden Gruppen möglichst ähnlich zusammengesetzt sein, um Faktoren zu minimieren, die das Studienergebnis beeinflussen könnten.

Interventionsstudien sind am besten geeignet, um kausale Zusammenhänge zu entdecken bzw. zu überprüfen.

Ein Beispiel hierfür wäre es z.B wenn eine Personengruppe komplett auf Milch verzichtet, während eine andere Gruppe weiterhin Milch konsumiert. Man beobachtet, dann ob sich bei der Gruppe die den Milchkonsum einstellt (also die Veränderung macht) ein Ereignis eintritt. Ein Ereignis könnte z.B. sein, dass diese Personen auf einmal weniger Gelenkschmerzen haben, besser atmen können, eine Stunde weniger Schlaf brauchen etc. Es kann sich um messbare Ergebnisse oder subjektive Veränderungen handeln.

Durchführung und Datenerhebung bei Studien

Zunächst ist es bei einer Studie sehr wichtig nicht nur auf das Ergebnis zu achten, sondern auch darauf wer die Studie bezahlt und angeordnet hat und wer sie dann wie durchgeführt hat. Man muss darauf achten, dass die Studien nicht von Organisationen, Unternehmen oder Personen gesponsert wären, dessen wirtschaftliches Interesse die Studienergebnisse oder Durchführung beeinflussen könnte. Wenn also eine Legebatterie eine Studie veröffentlicht welche ein Pro Cholesterin Ergebnis verkündet, muss man erstmal skeptisch sein. Solche Szenarien treten vor allem häufig in der Pharma, Landwirtschaft und Lebensmittelbranche auf. Um bei dem Beispielsthema Cholesterin zu bleiben. Wenn man z.B. eine Studie durchführt bei der mal erörtern will ob der Verzehr von einem Ei am Tag zu einer Erhöhung des Cholesterinwertes führen kann und man als Probanden Personen verwendet die ohnehin bereits einen sehr hohen Wert haben und jeden Tag  10 Eier, Käse und Speck essen wird dies natürlich nicht zu einem aussagekräftigen Ergebnis führen.

Neben der Ernährungsweise, dem Lebensmittelverzehr und meist auch verschiedenen Blutwerten werden in Studien weitere Daten gesammelt, die für die Interpretation der Ergebnisse wichtig sein könnten. Hierzu zählen anthropometrische und medizinische Daten (z. B. Körpergewicht, BMI, Medikamenteneinnahme), Lebensstilfaktoren (z. B. Tabak- und Alkoholkonsum, körperliche Aktivität, TV-Konsum, Schlafdauer) sowie soziodemografische Daten (z. B. Bildungsstand, Einkommen, Größe des Wohnorts).