Wie schlimm ist es?

Etwa 8 % der Bevölkerung über 65 Jahre entwickeln eine Demenz. Während Morbus Alzheimer in ungefähr 60 % der Fälle Ursache für die Demenz ist, sind Veränderungen des Kreislaufsystems (vaskuläre Demenz) für etwa 20 % der Fälle verantwortlich. Weitere 10 % ergeben sich aus einer Kombination von Morbus Alzheimer und der vaskulären Form.

Was ist es und wie kommt es dazu?

Bei Alzheimers verschlechtern sich zunächst die Fähigkeiten neue Dinge zu erlernen und Probleme logisch zu lösen, geometrische Formen zu erkennen und nachzustellen und natürlich wird das Gedächtnis und die Fähigkeit sich Dinge zu merken stetig schlechter. Sogar die Persönlichkeit kann sich ändern und Sachfähigkeiten degenerieren.

Neusten Erkenntnissen zu Folge scheint Alzheimers eine „vaskuläre“ Krankheit zu sein, was bedeutet, dass es in Zusammenhang mit Problemen in den Blutgefäßen steht. Wenn unsere Blutgefäße nicht mehr genug Blut ans Gehirn liefern können, was dazu führt, dass nach und nach Gehirnzellen absterben.

Es gibt 2 Hauptkomponenten welche dazu beitragen Alzheimers zu bekommen. Es gibt ein Gen namens „APOE epsilon-4 Allee“ und wenn ein Elternteil dieses Gen vererbt steigt die Chance auf Alzheimers um das Dreifache, wenn man es von beiden Elternteilen bekommt erhöht sich das Alzheimersrisiko um 10-15 mal. Wer dieses Gen hat, muss aber nicht zwangsläufig an Alzheimers oder Demenz erkranken, da dieses Gen lediglich die Wahrscheinlichkeit und Anfälligkeit dieser Krankheiten erhöht aber erst aktiviert werden müssen wohingegen Gene die beispielsweise die Augenfarbe bestimmen zu 100% vorgeben, dass dieses Szenario auch eintritt. Alzheimers und Demenz Gene müssen also erst ausgelöst werden und es scheint, dass dies vor allem durch den Konsum von gesättigtem Fett passiert.

Natürlich gibt es auch weitere Faktoren wie Aluminium, (und anderer Schwermetalle), freie Radikale und weitere Umweltfaktoren.

Alzheimers und Orte des häufigsten Auftretensalzheimer_stats__21_documents__21_total_pages_Quelle:
Death and DALY estimates for 2004 by cause for WHO Member States (Persons, all ages)
Verbinden wir das mit dem prozentualen Anteil an Fett in der Ernährung..

karte_fat_diets__21_documents__21_total_pages_Quelle
FAO Statistics Division 2010, Food Balance Sheets, Food and Agriculture Organization of the United Nations, Rome, Italy, viewed 17th March, 2011, <http://faostat.fao.org/>.
und dem prozentualen Anteil tierischer Produkte in der Ernährung..

calorie_supply_from_animal_sources__21_documents__21_total_pages_Quelle:
Calorie supply per capita from animal products, Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), FAOSTAT on-line statistical service. Available on-line at http://apps.fao.org. FAO: Rome, 2004., viewed 5th September, 2011.

..und wir sehen, dass die Einnahme von Fett und dem prozentualen Anteil an tierischen Produkten in der Ernährung mit Alzheimers korreliert.

Lösungsansätze

  • weniger Quellen an gesättigten Fettsäuren konsumieren: Eier, Fleisch, Fisch, Milchprodukte
  • Produkte wie Deos und Getränke aus Dosen die Aluminium enthalten vermeiden
  • freie Radikale meiden und mehr Antioxidation konsumieren (Obst und Gemüse sind reich an Antioxidantien)
  • mehr Omega 3 Fettsäuren essen

Fazit

Eine vegetarisch-vegane Ernährung zeichnet sich durch eine höhere Zufuhr an Antioxidantien, Folat sowie einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus. Dies hat, ebenso wie mediterrane Kostformen, einen positiven Einfluss auf das Demenzrisiko.
Da atherosklerotische Risikofaktoren bei vegetarisch-vegan lebenden Menschen seltener vorkommen, ist auch ihr Risiko für eine vaskuläre Demenz verringert.
Die häufig bei Vegetariern, besonders Veganern, beobachtete erhöhte Blutkonzentration an Homocystein sowie die unzureichende Versorgung mit Vitamin B12 erhöhen das Demenzrisiko. Auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 sollte daher geachtet werden.
Ob die begrenzte Versorgung von Vegetariern und Veganern mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren einen Risikofaktor für Demenz darstellt, ist aufgrund der derzeitigen Studienlage noch unklar.

Studien

Ernährung und Alzheimers
http://www.provegan.info/de/studien/detailseite-studien/ernaehrung-und-alzheimer/

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21
Alzheimer – eine „vaskuläre“ Krankheit
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12480752

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21

Pflanzliche Ernährung gegen Alzheimers

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22

Zusammenhang zwischen gegnerischen Risikofaktoren von Alzheimers und Ernährung
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/77

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14

Literatur

1 Kasper H (2009): Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München, 11. Aufl. S. 446 u. 452

2 Gerlach R, Bickel A (2009): Fallbuch Neurologie. Thieme, Stuttgart, 2. Aufl. S. 109

3 Gillette Guyonnet S, Abellan Van Kan G, Andrieu S, Barberger Gateau P et al. (2007): IANA task force on nutrition and cognitive decline with aging. J Nutr Health Aging 11 (2), 132-52

4 Löffler G, Petrides PE (2003): Biochemie und Pathobiochemie. Springer, Berlin, 7. Aufl. S. 464

5 Young G, Conquer J (2005): Omega-3 fatty acids and neuropsychiatric disorders. Reprod Nutr Dev 45 (1), 1-28

6 Giem P, Beeson WL, Fraser GE (1993): The incidence of dementia and intake of animal products: preliminary findings from the Adventist Health Study. Neuroepidemiology 12 (1), 28-36

7 Appleb y PN, Key TJ, Thorogood M, Burr ML et al. (2002): Mortality in British vegetarians. Public Health Nutr 5 (1), 29-36

8 Solfrizzi V, Frisardi V, Seripa D, Logroscino G et al. (2011): Mediterranean diet in predementia and dementia syndromes. Curr Alzheimer Res 8 (5), 520-42

9 Gu Y, Nieves JW, Stern Y, Luchsinger JA et al. (2010): Food combination and Alzheimer disease risk: a protective diet. Arch Neurol 67 (6), 699-706